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Lothars alter Blog - der neue Blog ist jetzt hier zu finden: http://lotharf.wordpress.com/

Dieser Blog ist leider tot! Google hat ihn nämlich gesperrt; angeblich wegen eines (fälschlichen) Spam Verdachts. Allerdings sind sie anscheinend nicht fähig oder gewillt gewesen, den Fehler zu beheben! Ich habe dem Blog deshalb eine neue Heimstatt gegeben bei Wordpress. Die neue Adresse ist jetzt: http://lotharf.wordpress.com/

Donnerstag, 16. März 2006

Schwedische Piraten kandidieren fürs Parlament

Seltsam; wieso werde ich bei dieser Meldung an Asterix und die Römer erinnert? Da hat es doch die Unterhaltungsindustrie durch "Überzeugungsarbeit" in Form des Einsatzes von riesigen Geldsummen geschafft, ihre Interessen der absoluten Profitmaximierung auf Kosten der Rechte der Verbraucher auf der ganzen Welt durchzusetzen. Nein, noch nicht überall. Es gibt ein kleines Land, namens Schweden, das noch nicht korrumpiert ist. Und dort gibt es einen Server, der wie ein Fels in der Brandung sämtlichen Bestrebungen, ihn abzuschalten, widersteht: "The Pirate Bay". Es ist ein Tracker für das Bittorrent Protokoll, der aber seinerseits kein einziges Bit an urheberrechtlich geschützem Material enthält und somit nach geltendem schwedischem Recht absolut legal ist. Dieser Server wird nicht nur von ca. 1 Million Besuchern täglich aus der ganzen Welt geschätzt, sondern geniesst auch in der schwedischen Öffentlichkeit ein hohes Ansehen. So ist es z.B. den Betreibern des Servers gelungen, viele tausend Menschen zu Demonstrationen für die Freiheit des Internets auf die Strasse zu bringen. Und jetzt haben sie sogar eine Partei gegründet, die zu den schwedischen Parlamentswahlen im Herbst antreten wird: die "Pirate Party". Kernpunkte des Parteiprogramms sind das Recht auf Privatsphäre, die Verhinderung der EU Datenspeicherungs Direktive und ein ausbalanciertes Urheberrecht. Und die Chancen, dass diese Partei ins Parlament einzieht sind gar nicht so schlecht, denn immerhin zählen über 13% der wahlberechtigten Bevölkerung Schwedens zu den Nutzern der PirateBay.
Bitte Vorsicht; die Quelle ist zwar ein prominenter österreichischer Server (Österreichisches Fernsehen), er könnte aber evtl. nicht den deutschen Bestimmungen bzw. deren Auslegungen über die Verwendung von Links entsprechen; deshalb distanziere ich mich vorsichtshalber ausdrücklich von allen weiterführenden Links auf den Seiten des ORF! (ich bin nämlich nicht Asterix)

4 Comments:

At 16 März, 2006 17:53, Blogger Sascha said...

Dieser Fall zeigt mal wieder ganz klar, worin das Problem des Internets besteht.
Man kann nicht nationale Gesetze auf das Internet anwenden. Aus keinem anderen Grund existiert dieser Server noch.
Ich habe mir mal die E-mails, die die Jungs und Mädels veröffentlicht haben, durchgelesen. Sie waren Unterhaltsam, aber haben mich auch ein wenig zum Nachdenken angeregt. Viele Firmen, hauptsächlich amerikanische (Microsoft inklusive), beschwerten sich bei den Betreibern und forderten sie mehr oder weniger freundlich auf, die Torrent-Dateien auf diverse Produkte (Windows-Quelltexte, Filme, Musikstücke, ....) zu entfernen. Ich habe jedes mal ähnliche unfreundliche Antworten der Betreiber gelesen, die immer wieder aussagten, das Torrents laut schwedischem Gesetz nicht illegal seine, und das Amerikanische Gesetze nicht gelten würden.
Einige Firmen argumentierten, dass der Server ja aus der ganzen Welt erreichbar sei, und die Betreiber sich demnach doch der amerikanischen Gesetze zu unterwerfen hätten.

Die einzige Möglichkeit das in den Griff zu bekommen, wäre entweder eine internationale Rechtssprechung für das Internet zu entwerfen, dem sich jeder, der es in irgendeiner Weise nutzt unterzuordnen hätte, oder so etwas, wie "digitale Grenzposten" zu errichten, die z.B. Verbindungen zu gewissen Servern von gewissen Standorten aus (Länder) verbieten.
Letzteres gibt es wohl schon, wie Lothar des öfteren bereits berichtet hat. Der erste Vorschlag wäre, je nachdem, wie er realisiert würde, sehr radikal und nicht umsetzbar.

Meiner Meinung nach ist das veröffentlichen von Torrents auf geschützte Dinge genauso strafbar, wie die direkte Verbreitung von selbigen. Wenn ich zum Beispiel jemandem Informationen gebe, wie er eine Straftat vollziehen kann (z.B. Bastelanleitungen für Bomben) dann mache ich mich schließlich auch strafbar. Ein Torrent ist eine Information, von wo man (illegale) Dinge herunterladen kann. Analog zum Bomben-Beispiel macht sich der Verbreiter der Torrent-Datei genauso strafbar, wie der, der sie nutzt um illegales runterzuladen.

Aus dem selben Grund wurde ja auch der Razorback2 (seinerzeit größter Edonkey-Server) vor einigen Wochen vom Netz genommen.

(Sorry Lothar, musste ein zweites mal posten und das erste löschen)

 
At 17 März, 2006 01:58, Blogger lothar said...

Das Bittorrent Protokoll ist eine feine Sache, wenn es darum geht, grosse Dateien möglichst schnell zu verteilen; denn je mehr Leute online sind, desto schneller ist das Netzwerk. Nicht umsonst nutzen alle grösseren Linux Distributionen diesen Verbreitungsweg und es gibt den Linux Tracker. Wer einen Tracker als Server betreibt, hat nun ein gewisses Problem. Die Torrents werden immer von demjenigen erstellt, der eine Datei anbietet. Wie kann nun der Betreiber eines Servers erkenne, ob es sich bei der Datei um illegales Material handelt? Wenn tälich zigtausende Dateien angeboten werden kann er das eben nicht, denn er könnte die Datei ja nur überprüfen, indem er sie selber herunterlädt. Ihm bleibt daher keine andere Möglichkeit, als zu appellieren, kein illegales Material zu versenden. Ausserdem könnte der Uploader seine Datei ja auch "Mein Urlaub in Mexiko" nennen. Aber es geht ja in Wirklichkeit gar nicht darum, ob jetzt ein Spielfilm oder ein Album im Netz verbreitet wird. Es gibt genügend Beispiele, wo die Betreiber von Servern angeboten haben, illegale Torrents auf Anfrage zu löschen. die Reaktion der Unterhaltungindustrie war gleich null. Warum? Weil es in Wirklichkeit um etwas anderes geht. Es geht um das Monopol der Vertriebswege.
Viele unabhängige Musiker verbreiten nämlich inzwischen ihre Alben übers Internet - kostenlos. Neulich gab es sogar auch einen kompletten 90 minütigen Spielfilm kostenlos. Diese Entwicklung soll bekämpft werden! Es soll verhindert werden, dass die Künstler unabhängig werden! Es geht also gar nicht um die Raubkopien; es geht darum das Netzwerk zu sabotiern, oder noch besser lahmzulegen, um es dann evtl. selbst zu okkupieren (Beispiel Napster). Wenn dann dabei so nebenbei auch noch die Vertriebswege für Open Source oder für Linux lahmgelegt werden - umso besser!
Denn wenn sich die Verbraucher erst einmal daran gewöhnen, dass es auch kostenlose Angebote gibt, dann könnten sie doch auf die Idee kommen, die Preispolitik der Monopolisten zu hinterfragen.

 
At 17 März, 2006 08:52, Blogger Sascha said...

Da stimme ich dir ausnahmsweise ohne Einschränkung zu. Aber du stimmst mir doch wohl auch zu, dass wenn sich ein Server mit "Pirat" betitelt, die Betereiber des selbigen keinen legalen im Sinn haben. Ich bin ja auch nicht dafür, das das Torrent-Netzwerk abgeschafft wird, ich wollte nur sagen, dass das "bewusste" verlinken von illegalem Material genauso strafbar ist, wie die direkte Verbreitung. Piratesbay ist ja nicht daran interessiert irgendwelche Torrents, egal welcher Art, zu entfernen.

 
At 17 März, 2006 10:52, Blogger lothar said...

Da stimme ich dir auch zu. Dieser Server ist ein Extremfall. Die kosten ihre rechtliche Situation voll aus; ich glaube, die halten sich wirklich für Asterix und meinen, einen Kreuzzug führen zu müssen. Aber auch die Gegenseite handelt extrem brutal dort wo sie die Macht dazu hat. Die haben sich noch nie auch nur auf den kleinsten Kompromiss eingelassen.

 

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